Die Stolpersteinreinwaschmaschine

Wer denkt, mit den sogenannten Stolpersteinen würde ausschließlich der ermordeten europäischen Juden gedacht, der liegt falsch. Tatsächlich hat die mittlerweile auch patent- und warenrechtlich geschützte Aktion »Stolpersteine« 1995 mit einem Stein für die ermordeten Roma und Sinti begonnen – nachlesbar für jeden in dem entsprechenden Wiki-Eintrag.

Der Übergang zu den ermordeten Juden erfolgte erst später, sozusagen unter der Hand. Es sollte also nicht wundern, wenn der Tagesspiegel einen Beitrag über die Entwendung von Stolpersteinen in Neukölln, genauer in Britz, am 7. November betitelt: »Gedenken an Holocaust-Opfer«. Hier wird suggeriert, die Stolpersteine stünden für Holocaustopfer. Doch als Opfer des Holocaust werden Juden bezeichnet – und eben nicht Sinti und Roma, Schwule oder politisch Verfolgte. Das Bezirksamt Neukölln bewegt sich gleichfalls auf dieser Linie, die jüdischen Opfer in die erste Reihe zu stellen, wenn es auf seiner Internetseite schreibt: Das Projekt Stoplpersteine »erinnert abseits der großen Mahnmale an die im Nationalsozialismus deportierten und ermordeten jüdischen Nachbarinnen und Nachbarn, aber auch an die Akteure des politischen Widerstands, an Homosexuelle, Roma und Sinti, Zeugen Jehovas und Euthanasieopfer«.

Es stimmt schon – überwiegend wird jüdischer Opfer gedacht. Doch gerade in Britz, also dort, wo vor einigen Tagen, von der Republik empört registriert, Steine verschwanden, handelt es sich vor allem um Stolpersteine für Kommunisten, wie ein Blick auf die Liste mit den in Britz verlegten Steinen verrät. Dass Nationalsozialisten, mit denen die Kommunisten bis zur Machtergreifung bekanntlich häufig noch eine gemeinsame Front gegen die verhasste Republik von Weimar gebildet hatten, sie, die Kommunisten, politisch verfolgten, ist sicherlich Fakt. Nur hat diese Art der Verfolgung wenig mit dem rassistischen Mord an Millionen Juden zu tun. Einem Kommunisten, der sich vom Internationalen zum Nationalen Sozialismus bekehrte, konnte im Machtbereich des national-sozialistischen Führers ohne weiteres überleben. Ein Jude hatte dagegen im national-sozialistischen Deutschland keine Wahl. Er entging seinen Häschern nicht dadurch, dass er sich zu deren nationalen Sozialismus bekannte.

Doch der schleichende Übergang der Aktion Stolpersteine von den ermordeten Juden zu ermordeten Kommunisten verdeckt diese ideologische Nähe von Nationalsozialisten und Kommunisten, soll sie verdecken. Denn nun erscheinen Kommunisten wie Juden als Opfer, die ohne eigene Schuld ausgelöscht wurden. Da darf denn auch nicht mehr nachgefragt werden.

Wenn die BZ vom Fall des Stanislaw Kubicki, dessen Stolperstein fehlt. ausführlich berichtet und schreibt, er habe auch nach dem Einmarsch der Deutschen in Polen weiter im besetzten Warschau gelebt, und sein Sohn fragt: »„Wie er das gemacht hat, hat er mir nie erzählt. Da hat er irgendein Kunststück vollbracht“ – dann könnte man stutzen. Der Vater sei 1940 das erste Mal wieder in Berlin bei seiner Familie gewesen, ergänzt der Sohn: »„Er hatte Kontakt zur Botschaft von Mandschukuo aufgenommen. Dort holte er Geld ab und brachte es nach Warschau, wo damit die polnische Widerstandsbewegung finanziert wurde.“« Eine »halbe Millionen Dollar« sollen es gewesen sein. – Da kommt man ins Grübeln.

Was der Mann von der BZ scheinbar nicht weiß: Mandschukuo war ein von Japan installierter Marionettenstaat im Fernen Osten. Eine halbe Millionen Dollar von dort aus Deutschland nach Polen geschmuggelt? – Doch hier wird niemand fragen. Nicht der BZ-Report und auch sonst kein Medienmensch. Denn soviel weiß man aus Deutschland: Hinter jüdischen Opfern lässt sich vieles verbergen. Da fragt niemand nach. Nicht bei Parteispenden und auch nicht bei Anhängern einer mörderischen Idelogie.

Im Gefolge der ermordeten Juden kann nun auch die Berliner Morgenpost zusammen mit diversen linken Puiblikationen einen Wienand Kaasch als armes Opfer darstellen. Dass Kaasch ein Kaderkommunist, wie er im Parteibuche stand, war, wird geflissentlich übersehen. 1933 emigriert, kehrte er 1935 auf Befehl Stalins aus der Sowjetunion nach Deutschland zurück. Wird das kritisch beleuchtet? – Sicherlich nicht. Wissen diese Journalisten nicht mehr, dass in jenen Jahren in der Sowjetunion bereits ein kommunistischer Massenmord stattfand, der dem Morden der Nationalsozialisten um keinen Deut nachstand? – Bis zu 14 Millionen sogenannte Kulaken ließen die Kommunisten mit voller Absicht verhungern. Hungermord wird der Massenmord noch heute genannt.

Schwer zu sagen, ob es Unwissenheit ist oder fehlendes Interesse. Die Entwendung der Steine galt jedenfalls umgehend als Akt antisemitischer Täter. Von Kommunisten hat kaum einer geredet. Und genau das ist von Linken gewollt. Diese Verschiebung passt in ihr Konzept der Verleugnung linker Verbrechen. So wird über die Stolpersteine das Fragen gleichsam verboten, weil man sich im Umfeld der ermordeten Juden bewegt. Und schon werden die Anhänger einer verbrecherischen Ideologie im Windschatten der Erinnerung an die toten Juden gleichsam in den Stand des heiligen Opfers der Nationalsozialisten gehoben.

Linke suchen für ihre Täter und Mitläufer Unterschlupf bei den jüdischen Opfern. Ob die Initiatoren der Aktion »Stolpersteine« das so angedacht haben, lässt sich nicht sagen. Aber die Linken missbrauchen diese Aktion derart für ihre politischen Zwecke. Sie instrumentalisieren über die Stolpersteine die Holocaustopfer. Linke schlachten Juden aus. Perfider geht es wohl kaum. Und so wird am Ende die Aktion Stolpersteine zur Reinwaschmaschine für Kommunisten. Dass ausgerechnet die Partei »Die Linke« dies tut, deren Antisemitismus mittlerweile bekannt ist, rundet die Sache ab.

Ob man der ermordeten Kommunisten gedenken sollte, ist schwer zu entscheiden. Aber mit Sicherheit hat der Funktionär eines Mörderregimes wie der Sowjetunion mit einer Anne Frank nichts gemein. Kommunisten und Linken können ja seiner gedenken. Das entspräche zumindest der Wahrheit der Geschichte ihrer mörderischen Ideologie. Aber ein Amt einer Deutschen Behörde hat mit staatlichen Geldern solches Gedenken nicht zu erhalten. Und das auch dann nicht, wenn eines der ja zahlreichen Opfer des Kommunismus den Stein entfernt haben sollte.

(Wolfgang Hebold)

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